Unterwegs in Franken
Am Freitag hatten wir in der Firma Betriebs-Weihnachtsfeier. Diese fand in einer Gaststätte auf dem Moritzberg in der Nähe von Lauf (r. d. Pegnitz) statt. Von der Feier selber möchte ich an dieser Stelle nicht berichten. Die war feucht-fröhlich, und hat sicherlich allen Spass gemacht. Ich hab mich jedenfalls wohl gefühlt, und war fast schon traurig, als ich mit einem Kollegen die Feier frühzeitig verlassen musste.
Der Grund für das frühe Aufbrechen ist, dass ich für die Heimfahrt einige Zeit brauchte. Wir sind somit als erstes von der Gaststätte zu Fuß im dunklen Walt den Kilometer zum Parkplatz gelaufen. Anschließend sind wir zum Bahnhof gefahren. Dort musste ich dann auf den verspäteten Zug warten.
Hier begann dann eigentlich mein Spass. Kurz nach mir ist eine Gruppe junger Erwachsener eingetroffen. Zwei Jungs, und drei Mädels, die deutlich über den Durst angeheitert waren. Lautstark und mit iPhone und Digicam bewaffnet, haben sie den Bahnhof unterhalten. Allerdings erfreulicherweise ohne zu Pöbeln.
Nach einiger Zeit, kam dann ein Original an. Ein Schwuler, der sich selber als Teil der Cyber-Gothic-Szene beschreibt. Er gesellte sich zu uns, und begann als erstes seine Transformerboots anzuziehen. Unweigerlich hat er mit seinem Outfit, sofort alle Blicke und das Interesse der jungen Erwachsenen auf sich gezogen. Es begann ein längeres Interview, über diesen neuen Freund, der eigentlich Hotelfachangestellter ist, und nun auf dem Weg in das Kult in Nürnberg unterwegs war.
Der Zug nach Nürnberg kam dann 10 Minuten zu spät. Kaum eingestiegen verabschiedeten sich die Mädels als erstes auf das Klo. Die Jungs - nun zu dritt - setzten sich. Es dauert nicht lang, da wurde der Cyber-Gothic, der inzwischen seine Goggles (Schweißerbrille) trug, erneut angesprochen. Diesmal interessierten sich drei junge Erwachsene auf den Nachbarsitzen für ihn. Die zwei, die bereits am Bahnhof das Interview geführt hatten, klinkten sich ein, und es entwickelte sich eine längere Diskussion über Musik, Menschen Discos und Geld.
Als der Zug schließlich in Nürnberg angekommen ist, haben sich die drei Mädels, und inzwischen sechs Jungs aufgemacht gemeinsam alle Discos aufzusuchen, die sie ursprünglich getrennt besuchen wollten. So ist aus der kleinen Gruppe in Lauf eine größere Party-Gemeinde geworden. Das interessanteste fand ich, dass alle mehr oder weniger unterschiedliche Musikrichtungen gehört haben. Trotzdem sind alle gemeinsam losgezogen, um die Welt der Anderen kennen zu lernen.
Der Rest des Weges nach Bayreuth war eher uninteressant. Ich habe die meiste Zeit der Zugfahrt verschlafen. Vielleicht erwähne ich nur noch kurz, dass der Weg insgesamt über drei Stunden gedauert hat. Damit war der Heimweg bald länger, als die Zeit, die ich auf der Feier verbringen konnte. Mit Anreise war ich deutlich länger unterwegs, als vor Ort. Spass hatte ich aber trotzdem, und das ist das wichtigste… Oder?
Am 21.12.2009 von
Sascha
Klingt fein! :) Ich liebe die Bahn... Wen und was man da so alles trifft - und man hat immer viel Zeit. Der Anschlusszug wartet eh nicht. ;)
Am 21.12.2009 von
Sebastian (Homepage)
Ich habe gehört, dass es schon vorgekommen sein soll, dass ein Zug gewartet hat... Jedenfalls, wenn man den Lautsprecherdurchsagen beim warten auf den zu späten Zug zuhört.
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