Strassenfeger

Montag, 29. November 2004
Heute ist mir dann wieder ein motzender Strassenfeger der von der Stütze lebt begegnet. Eigentlich hab ich nichts gegen diese Menschen, aber der heute wollte mir mal wieder besonders aufdringlich zeigen, was für eine Alkoholfahne er bereits vor Arbeitsbeginnt hat.

So kam er also in der S-Bahn auf mich zu und wollte sich scheinbar kumpelhaft an mich lehnen. Jedoch war bereits bei einem Meter abstand der eigentlich Grund riechbar! Nachdem ich dann sicherheitshalber einen Schritt zur Seite machte, fiel der nette Herr dem hinter mir sitzenden in den Schoss! Na dann Prost.

Nachdem er sich dann wieder aufgerafft hatte, bahnte er sich wieder den Weg zu mir, und versuchte mir ein Exemplar seine Zeitung aufzulalen - reden konnte er schon nicht mehr. Nett wie ich Morgens meistens noch bin, schüttelte ich den Kopf und drehte mich in die andere Richtung. Na dann Prost.

Dieses wiederrum fand mein neuer Freund nicht so gut, und beschwerte sich schon etwas lauter, warum denn keiner ein Exemplar haben wollte.

Naja, wenigstens gab er es auf, mir etwas verkaufen zu wollen. Statdessen machte er sich über die Dame neben mir her. Diese fand das aber wohl auch nicht so prickelnd, und stieg bei der nächsten Haltestelle aus, um im nächsten Abteil wieder einzusteigen. Na dann Prost.

Aber so schnell gab der Verkäufer nicht auf! Er beschwerte sich nun noch lauter, und mit reichlich Fäkalienausdrücken über die wenig spendablen Mitmenschen, und wie schlecht es ihm doch ergangen ist. Über seinen offensichtlichen Alkoholismus schwieg er jedoch behaglich.

Nun denn, das nächste Opfer saß alleine auf einer Seitenbank - und das erste Kuscheln mit ihm war ja schon ohne Folgen geblieben. Da konnte er sich niederlassen und ausgiebig erzählen was ihn bewegte. Perfekt!

Der Herr, stieg dann die nächste Haltestelle aus, und liess unseren Verkäufer erneut allein zurück. Na dann Prost.

Dieser schon sichtlich frustriert schien kein Interesse mehr daran zu haben, irgendwem etwas zu verkaufen. So bald er auch nur in die Nähe von jemandem kam, machten sich die Betreffenden dünn und er mußte erneut jemand Anderen ansteuern. Na dann Prost.

Irgendwann wurde ihm das Spiel zu dumm, und er stieg aus. Ich setzte mich auf die Seitenbank und bletterte ein wenig in den vergessenen Zeitungen. Wirklich Interessantes oder Neues stand aber nicht drinne, und so liess ich alles liegen, und konnte weiter zur Arbeit laufen.

Prost!