e - Texteditor

Dienstag, 7. August 2007
Ich arbeite auf Arbeit ja nun wieder seit einigen Wochen mit Windows. Wirklich glücklich bin ich damit nicht, aber das ist eine andere Geschichte. Und hoffentlich bald eine mit Happy-End.

Seit ich Windows wieder nutzen muss, verwende ich e. Ein Editor, der damit wirbt, die Kraft von Textmate unter Windows zu bieten. Schauen wir mal, was es dann doch für Unterschiede gibt:

Textmate hat einige kleine aber feine Besonderheiten, an denen sich heutzutage ein Programmierer-Editor messen lassen muss. Wenn man zum Beispiel Anführungszeichen (") eingibt, so schließt Textmate automatisch ein schließende Anführungszeichen ("") mit an. Gibt man nach einem Text jedoch das Anführungszeichen wieder ein, so wird kein drittes Anführungszeichen eingefügt, sondern der Cursor hinter dem zweiten positioniert. Ähnliches funktioniert auch mit unterschiedlichen Klammern. E kann dieses jedoch nicht.

Textmate bietet außerdem für so ziemlich alle Programmiersprachen ein passendes Syntax-Highlighting. Dieses wird durch unterschiedliche Contexte definiert und erlaubt sehr ausgefeiltes Highlighting. Das Highlighting funktioniert unter e weitesgehend. Aber an einigen Stellen gibt es dann doch Unterschiede in der Darstellung und vor allem einige Fehler, die e macht.

Textmate wird bei sehr großen Dateien leider etwas langsam. Das fällt insbesonder dann auf, wenn man mal ein großes SQL-Dump verarbeiten will. Hier kann der Ladeprozess doch schon einige Zeit dauern. Schade, dass ausgerechnet beim größten Kritikpunkt an Textmate sich e identisch verhält. Große Dateien mit e zu bearbeiten macht, jedenfalls auf dem System auf Arbeit, ebenfalls keinen Spass...

Neben dem reinen Text-Editor bietet Textmate auch eine rudimentäre Projekt-Ansicht. Diese gibt es auch in e. Leider ist das nur ein eingeblendetes Explorer-Fenster. Änderungen im Dateisystem werden dabei nicht überwacht, so dass Änderungen in der Projektleiste nicht zu sehen sind. Es gibt leider auch keine direkte Möglichkeit ein Projekt zu aktualisieren.

E wirbt außerdem damit, dass die Textmate Bundles auch unter Windows mit e funktionieren würden. So einfach ist das aber dann doch nicht. Windows bietet kein Unix. Die Bundles basieren aber auf den Tools, die Unix, und damit auch Mac OS X bieten. Um die Bundles nutzen zu können muss man daher Cygwin installieren. Ehrlich gesagt habe ich das bisher gescheut. Ich sehe nicht ein, warum ich nochmal etliches installieren muss, um die erweiterten Funktionen nutzen zu können.

Vielleicht werde ich Cygwin noch installieren, und ein Test nachholen, aber derzeit vermisse ich andere Funktionen mehr, als die Bundles. Zwar bieten die Bundles unter Textmate das i-Tüpfelchen, aber e ist an vielen anderen Stellen so unzulänglich, dass ich erstmal diese Baustellen beseitigt sehen möchte!

Als zusätzliche Funktion bietet e noch eine sehr ausführliche History. Dabei können in der History Milestones definiert werden und alle Änderungen einer Datei können rückgängig gemacht werden. Zumindest, so lange die Datei noch offen ist. Man kann sich auch die History anzeigen lassen, und dann zu einem beliebigen vorhergehenden Schritt springen. Auch wenn das eine Funktion ist, die man selten braucht, ist das eine wirklich nette Funktion, die sicherlich auch bald in anderen Editoren Einzug finden wird.

E ist alles in allem ein guter Editor. Unter Windows ist e sicherlich einer der besseren Editoren. Ich bin trotzdem von e eher enttäuscht. Viele Funktionen sind noch unausgereift und wirken unvollständig. Im Moment würde ich die rund 35$ daher nicht bezahlen.

Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Derzeit gibt es von e noch keine finale Version. Da jedoch bereits die Release Candidates raus sind, gehe ich nicht davon aus, dass alle Kritikpunkte noch bis zur finalen Version behoben werden. E hat aber das potenzial der Editor der Wahl unter Windows zu werden. Viele Ansätze sind gut, aber unvollständig. Ich denke in einigen Monaten dürfte hier ordentlich nachgebessert worden sein.